Eisenhut Josef – Biografie

  • Mitglied der Konst. Nationalversammlung, Christlichsoziale Vereinigung deutscher Abgeordneter (Christlichsoziale Partei)
    03.1919-09.11.1920
  • Abgeordneter zum Nationalrat (I.-III. GP), Christlichsoziale Vereinigung deutscher Abgeordneter im österreichischen Parlamente (Christlichsoziale Partei)
    11.1920-29.02.1928

Obmann-Stellvertreter des Niederösterreichischen Bauernbundes, und Mitglied des Bezirksschulrates Mistelbach.

Leben

Josef Eisenhut wurde als jüngster Sohn eines Bauern in Hagendorf Nr. 40 geboren. Er besuchte nach der Volksschule 4 Jahre die Kommunal-Unterrealschule. Danach wollte er den Beruf eines Lehrers ergreifen, musste aber wegen Kränklichkeit das Studium aufgeben. In den Jahren 1884–1887 diente er im K.u.k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 als Feldwebel. Da sein Vater zwischenzeitlich verstorben war, musste er die Landwirtschaft weiterführen. 1902 wurde Eisenhut Bürgermeister von Hagendorf und bekleidete das Amt 18 Jahre lang. Weiters war Eisenhut Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Hagendorf, Aufsichtsrat der Raiffeisenkasse Fallbach und Obmann der Stierkörungskommission. Ab 1906 wurde Eisenhut Obmann des Bezirksstraßenausschusses und wirkte als Mitglied des Bezirksschulrates Mistelbach sowie des Bezirksarmenrates Laa.

     Als der spätere Bundeskanzler Ignaz Seipel in Staatz Prälat war, machte Eisenhut erstmals Bekanntschaft mit ihm. Josef Eisenhut wurde von den Bezirken Laa, Haugsdorf und Mistelbach als Kandidat des Bauernbundes für den Reichsrat aufgestellt. Am 14. Mai 1907 fanden im „cisleithanischen“ Teil der Habsburgermonarchie die ersten Reichsratswahlen nach Abschaffung des Kurienwahlrechts statt. Damit waren es die ersten wirklich freien, gleichen und direkten Reichratstswahlen für alle Männer ab 24 Jahren.

Nach dieser Wahl trat der neu gewählte Reichsrat am 17. Juni 1907 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Im Jahr 1908 trat Josef Eisenhut erstmals als Reichsratsabgeordneter für die Bezirke Feldsberg, Zistersdorf, Haugsdorf, Laa, Poysdorf, Oberhollabrunn, Ravelsbach und Retz öffentlich auf.
Höhepunkt seiner politischen Laufbahn war ein Mandat im Bundesfinanzausschuss.

Von 1907 bis 1918 war er Obmannstellvertreter des Niederösterreichischen Bauernbundes. Im Gründungsjahr wurden in Hagendorf 72 Mitglieder für den NÖBB geworben. 1909 wurde Eisenhut in den NÖ Landtag gewählt. Im Jahre 1914 wählte man ihn in den Bundesbauernbund-Ausschuss. Beim „Hoch- und Deutschmeister“-Inf. Reg. Nr. 4 diente er drei Jahre lang im Ersten Weltkrieg. Im Oktober 1918 wurde der Reichsrat aufgelöst. Stattdessen formte sich die Provisorische Nationalversammlung; später die Konstituierende Nationalversammlung und im November 1920 der Nationalrat. Eisenhut war immer als Abgeordneter vertreten. Aufzeichnungen besagen, dass Eisenhut dem BB im Jahre 1923 1.070.000 Kronen für den Bau eines Bundesgebäudes für die Landwirtschaftskammern in Wien gespendet hat. Das Lagerhaus Laa wurde 1924 gegründet, Nationalrat Josef Eisenhut war Obmannstellvertreter.

Begräbnis

Am 29. Februar 1928 starb Nationalrat Josef Eisenhut im 64. Lebensjahr im Krankenhaus Mistelbach. Das Begräbnis fand am 4. März statt. Unter den tausenden Trauergästen waren unter anderem 50 Abgeordnete, der Präsident des Nationalrates Miklas, und im Namen des Bauernbundes hielt Minister Buchinger einer von den 10 Trauerrednern. Bundeskanzler Dr. Seipel nahm persönlich die Einsegnung vor.

Kinder

Aus der Ehe zwischen Josef Eisenhut und Juliane (geb. Dietmayer, Hagendorf Nr. 1), entstammen sechs Töchter:

  • Barbara, verehelicht mit Alfred Necht, Schmiedemeister in Wien.
  • Juliane, verehelicht mit Johann Leisser, Postmeister in Wien.
  • Martha, verehelicht mit Mathias Eder, Bauer in Hagendorf Nr. 39.
  • Hermine, verehelicht mit Anton Dietmayer, Bauer in Hagendorf Nr. 44.
  • Antonia, verehelicht mit Josef Nahofer, Hauptschuldirektor in Laa.
  • Maria, verehelicht mit Andreas Böck, Bauer in Hagendorf Nr. 74.

Eisenhut-Link zur Topothek Fallbach: https://fallbach.topothek.at/#ipp=100&p=1&searchterm=Eisenhut%20Josef%20(*1864%20%E2%80%A01928)%2C%20&t=1%2C2%2C4%2C5%2C6%2C7&sf=chk_docname%2Cchk_mainkeywords%2Cchk_subkeywords&vp=false&sort=publish_date&sortdir=desc